Drucken

Renovierung 2015

15. 10. 05
posted by: Admin
Zugriffe: 3127
Nachdem im September 2007 das neue, behindertengerechte Pfarrheim mit überdachter Außenterrasse feierlich in Betrieb genommen wurde, war bei den Mitgliedern des damaligen Verwaltungsrates für eine kurze Zeit, wie man so schön sagt, „die Luft raus“.
Nach Neuwahlen und einer teilweisen neuen Zusammensetzung des Verwaltungsrates war man sich schnell einig, dass die Sanierung  unserer Pfarrkirche als neues Großprojekt in Angriff genommen werden müsste.
Aber wie sollte das geschehen, ohne große finanzielle Möglichkeiten, die ja durch den Neubau dieses Pfarrheimes stark im Minus und somit ausgeschöpft waren.

Mittlerweile aber hatten sich die  Hecken und Sträucher an der Kirchenrückseite zu einem kleinen Wald entwickelt und erreichten locker eine Höhe von mehr als 3 Meter; hinzu kam noch ein
stark verzweigtes Wurzelwerk.
Im Frühjahr 2012 begannen die Herren des damaligen Verwaltungsrates, zusammen mit einigen Helfern, mit der Rodung dieses Wildwuchses. Nachdem dieses Dickicht entsorgt war und eine externe Firma  das Wurzelwerk kleingefräst hatte, trugen wir mit einem Leihbagger den Oberboden ab.
 
Da der Kirchenvorplatz und die Treppenanlage durch den Zerfall der Sandsteinplatten und die durch Frosteinwirkung gerissenen Sandsteinblockstufen eine große Unfallgefahr darstellten, sowie das schwere Stahlgeländer mehr oder weniger am seidenen Faden hing, war dringender Handlungsbedarf erforderlich. Da diese Arbeiten aber nur mit einer Bezuschussung und Genehmigung der Bistumsverwaltung möglich waren, wurde eine sicherheitstechnische Gesamtüberprüfung der Kirche in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien des Generalvikariats durchgeführt. 

Die Behörde stufte leider nicht die Treppenanlage und den Kirchenvorplatz als größtes Sicherheitsrisiko ein, sondern den Dachraum über der Kirche.
 
Hier lagen  seit mehr als 50 Jahren  noch Strohgarben und Berge von Holzresten, die als hochgradige Brandgefahr eingestuft wurden. Der Laufsteg über die Kirche bestand aus einem schmalen Brettersteg ohne seitliche Begrenzung, und der Aufstieg in den Kirchturm war nur über eine alte 4 Meter hohe Holzleiter möglich. Die gesamte Dachraumbeleuchtung bestand aus einer 40 Watt Handlampe. Ferner war nicht zu übersehen, dass sich hier in früheren Jahren  einmal eine Brut- und Beherbergungsstätte für eine ganze Heerschar von Tauben befand.
 
So musste als allererste Maßnahme der Dachraum über der Kirche sicherheitstechnisch überarbeitet werden.
 

Das Räumen des Dachraumes, das Entfernen der Brandlasten und das besenreine Säubern  überließ man, wegen der enormen Staubbelastung, einer Entsorgungsfirma.
Alle anderen Arbeiten wurden in schweißtreibenden ehrenamtlichen Eigenleistungen durchgeführt, denn alle Bohlen und Materialien mussten per Hand in den Dachraum transportiert werden.
Ein Laufsteg aus dicken Bohlen mit beidseitigem Geländer wurde über die gesamte Kirche und die Stirnseiten installiert. Die engagierten Arbeiter bauten außerdem für den Turmaufstieg eine neue Treppe mit Zwischenpodest. Eine neue Beleuchtungsanlage, die ebenfalls ehrenamtlich erstellt wurde, leuchtet jetzt den Dachraum und den neuen Turmaufstieg aus.  Für diese Arbeiten gab es eine Bezuschussung des Bistums, und die Pfarrgemeinde Herforst musste den Rest aufbringen. Als der Sicherheitsbeauftragte des Bistums zur Abnahme erschien, war er voll des Lobes für diese nicht alltägliche Leistung. Er bescheinigte uns eine uneingeschränkte Erfüllung aller relevanter Vorschriften. Durch die enormen Eigenleistungen und durch den Verzicht auf Planungs- und Bauleitungskosten konnten wir die Maßnahmen ohne Kosten für die Pfarrgemeinde Herforst abschließen.
 
Diese unvorhersehbare Prioritätenänderung passte nicht in unseren ursprünglichen Plan, aber wie sagt ein Sprichwort: “Es kann kein Schaden so groß sein, dass nicht auch noch ein Vorteil daraus hervorgeht“. Und so war es auch. Nämlich – zwischenzeitlich wurde die Ortsgemeinde Herforst als Dorferneuerungsgemeinde anerkannt. Hierdurch ergab sich jetzt die Möglichkeit, für verschiedene Gewerke eine Förderung aus diesem Programm zu erhalten.
 
Im Zuge der Dorfmoderation wurde von einem externen Büro ein Gestaltungsentwurf für das Kirchenumfeld erstellt. Die darauf basierende Ausführungsplanung wurde von Dipl. Ing. Adalbert Meier für unsere Möglichkeiten weiter entwickelt und dazu eine detaillierte Kostenschätzung erstellt. Diese Planung fand bis auf kleine Abänderungen eine breite Zustimmung, jedoch mit der Maßgabe, auch einen schlüssigen Finanzierungsplan vorzulegen. Dies war jedoch einfacher gesagt als getan. Die Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm und eine Teilförderung durch das Bistum waren zugesagt. Auf Antrag des Verwaltungsrates erklärte sich  die Ortsgemeinde Herforst ebenfalls bereit, die Maßnahme zu bezuschussen.
 
Durch den Verzicht auf Planungs- und Bauleitungskosten, die wir in Eigenregie durchführten, und das Einstellen von enormen ehrenamtlichen Eigenleistungen, sowie der günstigen Zinsentwicklung , konnte von der zuständigen Bistumsstelle grünes Licht für die Durchführung der Phase 1 der Kirchenumfelderneuerung erreicht werden.
 
Die ausgeführten Einzelmaßnahmen können nicht alle aufgelistet werden, im folgenden soll jedoch ein Überblick Aufschluss über die wichtigsten Arbeiten geben:
 
Jeder Besucher wird beim Betrachten feststellen, dass sich der ehrenamtliche Einsatz gelohnt hat, und das Kirchenumfeld in diesem Teil (Phase 1) durch die umfangreichen Maßnahmen sichtbar verschönert wurde.
 
Zu unser aller  Stolz kann festgestellt werden, dass wir keine Kostenüberschreitungen hatten und bei all den aufgeführten Arbeiten insgesamt 1.450 Stunden Eigenleistung erbracht haben, ohne die Stunden für Planung und Bauleitung. Eine nicht für möglich gehaltene Solidarität seitens der ehrenamtlichen Helfer, als auch der unterstützenden Geldgeber! Und mit Stand heute kann man  mit großer Freude sagen: Wir haben die Vorgaben nicht nur eingehalten, sondern noch übertroffen.
Turmuhr2Mit der Inbetriebnahme der neuen Turmuhr haben wir eine Projektphase zum Abschluss gebracht, die  nur möglich war, weil es viele Mitstreiter gab,  egal wie viel oder in welcher Form sie sich einbrachten, um das Werk gelingen zu lassen  und glauben sagen zu dürfen: Es ist uns sehr gut gelungen.
Erfreulich war auch die Unterstützung einiger Frauen, die uns zwischendurch mit ihrem Zuspruch und ihrer abwechslungsreichen Bewirtung die nötige Power gaben, diese enorme Herausforderung erfolgreich umzusetzen.
Als Dank für die fleißigen Helfer konnten wir bei einem kleinen Helferfest auf fast 900 Bildern noch einmal den langen Weg bis zum Abschluss der 1. Bauphase in Erinnerung rufen.
Ein besonderer Dank gilt auch den ausführenden Firmen für ihre gute und kostengünstige Arbeitsausführung. Dankeschön sagen wir auch allen, die mit Geldspenden geholfen haben.
Wir glauben, dass unser Herrgott mit den Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen an seinem Haus sehr zufrieden sein wird.
Da zukünftig noch weitere Sanierungsarbeiten in einer neuen Bauphase durchgeführt werden müssen, sind wir auch weiterhin sehr auf Spenden angewiesen. Wir würden uns freuen, wenn sie die Pfarrgemeinde Herforst mit einer Spende finanziell unterstützen würden.
 
 
Spendenkonto bei der Volksbank Bitburg 
IBAN: DE59 5866 0101 0006 3003 03,
BIC Code: GENODED1BIT , 
Vermerk: Renovierung Pfarrkirche Herforst